One life long

The story „A Life Long“ tells you about the life in the village of my grandparents, which despite its proximity to Frankfurt has an enormous discrepancy between my present urban life and yours in the village. The village of Vollmerz is located about 80 km from the financial metropolis Frankfurt am Main and still looks like from another time. Clubs, once the main component of social life, as well as village services and church services, suffer from the fact that hardly a person under the age of 40 is still engaged in these clubs. Accordingly, the streets are empty, and the children who leave the school bus at noon in the village can be heard before they quickly disappear into the new building. Apart from four secondary farmers, there is now only a hairdresser and a restaurant in the village.
The family was home, retreat, production site and self-employed. Everyone worked together, most of them were made by themselves. From baking bread, battling, cereal, fruit and vegetable cultivation, fish farming, to knitting and sewing. Care for the animals, farm yields and their processing has also been shared. In addition, they were involved in village social structures such as the fire brigade, the hunting association, the Schützen- und Hasenverein.
Her life followed the seasons and the resulting necessities. They never went on vacation and did not make use of anything that could not be used. Everything went together, work and live in nature, for and with what you have, no infractions. Everything is used, used or repaired up to the actual end. The pictures show us a lived yesterday, the house and the people living in it reflect a time that dies together with their protagonists. Thus the series not only illuminates the individual life story of the protagonists, but also gives an insight into the history of parts of the country’s population. A generation that has lived and sustained values and virtues for a lifetime, which are less and less important today. The report finds its natural end with the sale of the house and the death of my Grandfather. He died at home in the circle of his family at the beginning of 2014 and was buried under great participation of the village and all the associations in the village. Hunting hornblowers and fire-brigade toads were his last honor. What remains are memories from another time and the cellar full of fruit, the refrigerators full of vegetables and the last hare. And my grandma asks, „Who is going to eat it all now ?“


„Eine Landschaft neu zu entdecken bedeutet auch immer sich selbst neu zu entdecken.“

Die Geschichte „Ein Leben Lang“ erzählt über das Leben im Dorf meiner Großeltern welches trotz der Nähe zu Frankfurt eine enorme Diskrepanz zwischen meinem heutigen städtischen Leben und Ihrem im Dorf aufweist. Das Dorf Vollmerz liegt rund 80 km von der Finanzmetropole Frankfurt am Main entfernt und wirkt doch wie aus einer anderen Zeit. Vereine, früher Hauptbestandteil des sozialen Lebens, ebenso wie Dorffeste und Gottesdienste, leiden darunter, dass sich kaum ein Bewohner unter 40 Jahren in diesen Vereinen noch engagiert. Dementsprechend leer sind die Straßen, lediglch die Kinder, die mittags im Dorf aus dem Schulbus steigen, sind zu hören, ehe sie schnell wieder im Neubaugebiet verschwinden. Ausser vier Nebenerwerbslandwirte gibt es im Dorf heute nur noch, einen Frisör und eine Gastwirtschaft.
Die Familie war Heimat, Rückzugsort, Produktionsstätte und Selbstversorger. Alle arbeiteten zusammen, das Meiste wurde selbst hergestellt. Vom Brot backen, Schlachten, Getreide-, Obst-, und Gemüse-Anbau, Fischzucht, bis hin zu stricken und nähen. Auch die Sorge um die Tiere, den bäuerlichen Ertrag und dessen Verarbeitung wurde stets geteilt. Zusätzlich war man eingebunden in die dörflichen sozialen Strukturen wie Feuerwehr, Jagdverband, Schützen- und Hasenverein.Ihr Leben folgte den Jahreszeiten und den daraus entstehenden Notwendigkeiten. Sie machten nie Urlaub und leisteten sich nichts was keinen Nutz-Gebrauchswert hatte. Alles fügte sich zusammen, arbeiten und leben in der Natur, für und mit dem was man hat, keine Infragestellungen. Alles wird bis zum tatsächlichen Ende benutzt, gebraucht oder repariert. Die Bilder zeigen uns ein gelebtes Gestern, das Haus und die darin lebenden Menschen spiegeln eine Zeit wieder, die mit ihren Protagonisten zusammen stirbt. So beleuchtet die Serie nicht nur die individuelle Lebensgeschichte der Protagonisten, sondern gibt auch Einblick in die Geschichte von Teilen der Landbevölkerung. Einer Generation, die Werte und Tugenden ein Leben lang gelebt und aufrecht erhalten hat, die in der heutigen Zeit immer weniger Bedeutung haben. Die Reportage findet ihr natürliches Ende mit dem Verkauf des Hauses und dem Tod von meinem Großvater. Er starb Anfang 2014 zu Hause im Kreise seiner Familie und wurde unter großer Anteilnahme der Gemeinde und aller Vereine im Dorf beigesetzt. Jagdhornbläser und Feuerwehr-Fahnenträger erwiesen ihm die letzte Ehre. Was bleibt sind Erinnerungen aus einer anderen Zeit und der Keller voll eingemachtem Obst, die Kühltruhe voll Gemüse und dem letzten Hasen. Und meine Großmutter fragt:  „Wer soll das denn jetzt alles noch essen?“